Wie sieht ihre Vermögensverteilung aus?

Wissen Sie, was Vermögensverteilung ist? Und kennen Sie Ihre persönliche Vermögensverteilung?

Vermögensverteilung oder Asset Allocation, um den internationalen Begriff zu verwenden, bezeichnet die Streuung ihrer Gelder zwischen Aktien, Anleihen, Festgeld und anderen Kategorien. Die Wichtigkeit der Vermögensverteilung ist nicht zu unterschätzen, denn sie ist der entscheidende Faktor, der Ihre Rendite und Ihr Risikoprofil bestimmt.

Schwierige Frage

Eine der schwierigsten Fragen für Anleger ist die richtige Auswahl des Verhältnisses von Aktien, Anleihen und Festgeld, und darüber hinaus, die Verteilung auf Kategorien, Regionen, Marktkapitalisierungen und Anlagestile. Einige Zahlen belegen die Bedeutung dieser Entscheidungen.

Die Morningstar Kategorie Aktien weltweit rentierte über die vergangenen 5 Jahre mit 68,1 Prozent, im laufenden Jahr mit –18,6 Prozent. Die Kategorie Anleihen weltweit Euro hingegen brachte über fünf Jahre 42,3 Prozent und seit Jahresbeginn 5,5 Prozent.

Dies sind enorme Unterschiede. Es ist deshalb sehr wichtig, in welcher Kategorie Sie investiert sind. Aktien schlagen Anleihen über fünf Jahre noch immer um Längen, auch wenn die Festverzinslichen in diesem Jahr besser liefen.

Einfache Antwort

Für die schwierige Frage der richtigen Vermögensverteilung gibt es in den USA eine alte Börsenweisheit: Investieren Sie 100 Prozent minus Ihr Lebensalter in Aktien und den Rest in Anleihen. Ein 53 Jahre alter Anleger müsste demnach zu 47 Prozent in Aktien bzw. Aktienfonds investiert sein.

Dieser Ansatz greift sicherlich zu kurz. Er zeigt jedoch korrekt auf, dass das Risiko um so höher sein darf, je länger der Anlagehorizont des Investors ist. Auf gut deutsch: Geld, das man nicht entbehren kann, sollte man auch nicht in Aktien anlegen, den Rest schon. Wer aufgrund seiner Anlagen nicht ruhig schlafen kann, hat wahrscheinlich eine zu aggressive Asset Allocation gewählt.

Trennlinien werden undeutlicher

Bis vor einigen Jahren war es noch recht einfach. Anleihen waren praktisch ohne nennenswertes Risiko, während Aktien als durchweg riskant angesehen wurden. Inzwischen sind diese Trennlinien zwischen Wertpapierkategorien jedoch durchbrochen.

Anleihen sind nicht mehr in jedem Fall zuverlässig, viele hochverzinsliche Rentenpapiere können sich in punkto Risikoprofil mit Aktien messen. Aktien sind noch immer mit Risiko behaftet, aber innerhalb dieser Gruppe haben die Abstufungen deutlich zugenommen. Ein Growth-Fonds hat ein ganz anderes Risikoprofil als ein globaler Valuefonds.

Zudem gibt es Produkte, die von vielen Anlegern mit Aktien assoziiert werden, obwohl sie nicht viel damit zu tun haben. Garantiefonds beispielsweise stützen sich zu großen Teilen auf Anleihen und weisen ein wesentlich geringeres Risiko (allerdings auch niedrigere Renditechancen) auf als „normale“ Aktienfonds.

 

Vermögensverteilung muss regelmäßig überprüft werden

Bei jeder neuen Anlageentscheidung müssen auch die Auswirkungen auf das Gesamtportfolio bedacht werden. Ein Berater, der sein Geld wert ist, wird Sie in jedem Fall darauf hinweisen.

Mindestens einmal im Jahr sollte Ihr Portfolio auf seine Vermögensverteilung überprüft werden, bei hohem Risikoprofil eher noch öfter. Liegt es noch im Einklang mit ihren Zielvorgaben? Welche Sektoren, Regionen, Wertpapierklassen müssen in ihrer Gewichtung angepasst werden? Wenn Sie wissen, dass ihre Asset Allocation stets auf die Erreichung ihrer finanziellen Ziele hin optimiert ist, sollten Sie immer ruhig schlafen können.


 
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